Ingo Mieske, Architekt   Startseite  |  E-Mail  
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  Kulturkaufhaus Europa, Dessau
Projekt 2004, mit der Zeitschrift Leo

Das Projekt Kulturkaufhaus Europa ist ein Beitrag zur Bewerbung der Region Dessau-Wittenberg als Kulturhauptstadt 2010. Die Identität einer Stadt erwächst aus ihrem Kern. Mit der Einbeziehung eines ehemaligen Kaufhauses an der Dessauer Museumskreuzung in das Stadtleben wird der Verödung dieses Raumes entgegengewirkt. Durch die Wiedereingliederung in den öffentlichen Raum und damit in das Bewußtsein der Menschen erfolgt die Identifikation mit dem Gebäude als Teil der Stadt, als Zentrale für die Vision einer Kulturhauptstadt. Mit der Museumskreuzung entsteht die Verbindung der Stadtachse Dessau-Wittenberg als Schnittpunkt einer Region. Bei einem Zuschlag für die Region Dessau-Wittenberg wird dieser Standort als Zentrum und Leitstelle genutzt. Durch die Präsenz im Mittelpunkt des städtischen Lebens wird Öffentlichkeit geschaffen, die zur Vermittlung von Identität nach innen, wie nach außen beiträgt.

Im Zusammenhang mit der Bewerbung des Standortes als Austragungsort der europäischen Kulturhauptstadt 2010, wird das bestehende Kaufhaus in seiner Form erhalten, der Innenraum mit temporär eingestellten Räumen genutzt. Innerhalb des Bewerbungszeitraumes finden hier Veranstaltungen, Ausstellungen und weitere Aktivitäten rund um die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2010 statt. Es findet also eine Umwidmung eines bestehenden Gebäudes statt. War es zuerst ein Industriebau, der zum Kaufhaus wurde, so ist es nun das Kaufhaus, das zum Kulturbau gewidmet wird. Der Name Kulturkaufhaus Europa leitet sich hierbei aus der ehemaligen Nutzung ab.

Das Kulturkaufhaus Europa kann im Bewerbungszeitraum einer vielfältigen Nutzung zugeführt werden. Eine Informationsebene läßt alle Interessierten wissen, worum es bei dieser Bewerbung geht und fungiert als Vermittler von Ideen, Gedanken und Visionen. Mit der Schaffung von Gastronomie- und Veranstaltungsflächen wird eine Attraktivität geschaffen, Menschen verweilen und kommen ins Gespräch. Eine ständige Europa-Ausstellung zeigt Bezüge zu den Bewerbungsinhalten Mittelalter, Aufklärung und Moderne auf. Anzusiedelnde Gründerfirmen, die sich thematisch auf die Bewerbungsinhalte beziehen und aus verschiedensten Branchen stammen, können im Bewerbungszeitraum vor Ort, im Zentrum des Geschehens, arbeiten, repräsentieren, kommunizieren und Beziehungen knüpfen. Studenten unterschiedlichster Fachrichtungen aus ganz Europa, haben die Möglichkeit Studios, Ateliers, Werkstätten und Arbeitsräume im Sinne der Bewerbung zu nutzen. Auf einem Kulturcampus arbeiten und wohnen europäische Stipendiaten im Kulturkaufhaus und gewähren Europa Einlaß.
 
  Abb. 01
Perspektivische Ansicht des Kulturkaufhauses.

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