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Translokation – Berlin Schloßplatz Projekt 2001, mit Manfred Sundermann Berlin entwickelt sich mit großem Aufwand wieder zur Hauptstadt. Macht und Kultur verbinden sich in der wechselvollen Geschichte dieser Stadt auf tragische Weise. Das im Krieg zerstörte Berlin wird geteilt. Die Museumsinsel liegt im Territorium der DDR, das angrenzende Schloß wird gesprengt. Bedeutende Kulturbauten gehen für den Westteil der Stadt verloren. So übernimmt das Kulturforum die Aufgaben, der nicht mehr für Westberlin verfügbaren Museumsinsel. Hier ersetzt die 1968 eröffnete Neue Nationalgalerie die Nationalgalerie. Ihr Architekt ist Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969), der letzte Direktor des Bauhauses und ein bedeutender Vertreter des neuen Bauens in der Weimarer Republik. Der Architekt des 1986 rekonstruierten Barcelona-Pavillon von 1929 baut mit der Neuen Nationalgalerie sein zweites europäisches Meisterwerk. Heftig kritisiert und hoch gelobt ist dieses Bauwerk für Berlin und Deutschland in vielerlei Hinsicht ein kulturelles Vermächtnis und gebautes Manifest. Es schlägt einen weiten, baugeschichtlichen Bogen. Die Architektur der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe setzt das fort, was Architektengenerationen vergangener Epochen erarbeitet haben: eine klassische Baukultur. Die Mauer, die diese Stadt teilte, steht nicht mehr. Die Museumsinsel liegt wieder im Herzen der Stadt und stellt das Kulturforum in den Schatten. Die künftige Gestalt der Museumsinsel, insbesondere die der Brache des ehemaligen Berliner Schlosses sind ungeklärt. Viele Architekten haben Entwürfe vorgelegt. Doch es scheint als fehle unserer Zeit die notwendige Baukultur, um diese Aufgabe zu lösen. Der Rückgriff auf Rekonstruktion des Stadtschlosses scheint naheliegend. Naheliegend ist es zu erkennen, daß das zusammengehört, was sich entspricht: das Alte Museum (1824-1828) von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) und die Neue Nationalgalerie. Naheliegend ist es, bestehende geschichtliche Bezüge in dieser Stadt wahr- und anzunehmen. Naheliegend ist es, sich die Neue Nationalgalerie auf den Schloßplatz zu denken. Es entsteht ein zentraler Ort für Kunst und Kultur. Die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe ist wie für diesen Ort gedacht und geschaffen. Architektur und Volumen dieses Bauwerkes fügen sich selbstverständlich in den gewachsenen, städtebaulichen Zusammenhang ein. Die maßstäbliche Bebauung der Straße "Unter den Linden" wird fortgesetzt. Diese theoretische Lösung zeigt Chancen auf, den Ort des Schloßplatzes neu zu gestalten. Es zeigt sich, daß die Entwicklung einer Baukultur unser höchstes Ziel ist, um kommenden Aufgaben gewachsen zu sein. |
| Abb. 01 Blick von der Neuen Nationalgalerie zum Alten Museum. > Vergrößern |
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| Abb. 02 Lageplan. > Vergrößern |
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| Abb. 03 Blick über den Kupfergraben. > Vergrößern |
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