Ingo Mieske, Architekt   Startseite  |  E-Mail  
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  Jüdisches Kulturzentrum Würzburg
Projekt 1999

Die Aufgabe des Projekts beinhaltet die Schaffung eines jüdischen Kulturzentrums an dem Ort, wo bis 1938 die erste Würzburger Synagoge stand. Durch steigende Gemeindemitgliederzahlen ist ein Neubau notwendig. Das Raumprogramm wurde mit der jüdischen Gemeinde abgestimmt. Das in der Altstadt liegende Grundstück ist umschlossen von 2-3geschossigen Wohnhäusern und einem Archiv- und Bibliotheksgebäude der Diözese Würzburg. Über einen hausbreiten Freiraum ist das Grundstück an den öffentlichen Raum angeschlossen. Ausgangspunkt des Entwurfs ist die Verknüpfung von Stadt- und Gemeinderaum, also Stadt- und Gemeindeleben. Auf der Querachse des öffentlichen Raumes erhebt sich ein horizontaler Baukörper, der das gesamte Raumprogramm aufnimmt. Durch das Hineinschieben in den Stadtraum bekommt das Bauwerk städtebauliche Dominanz.

Der innere Aufbau des jüdischen Kulturzentrums folgt der Logik der Querachse zum öffentlichen Raum. Unterbrochen wird diese durch eine mittig gelegene Treppenhalle. Sie teilt das Gebäude im Erdgeschoß in Foyer und Saal, in den zwei Obergeschossen in Synagogenraum und Vorstands- bzw. Sozialräume. Dem Saal und der Treppenhalle ist ein Hof vorgelagert. Dem Anspruch eines sakralen Raumes wird der Synagogenraum durch Lichtführung, Maßverhältnisse und Materialität gerecht. Ein hölzernes Raumtragwerk bildet den oberen Abschluß und führt Licht ins Innere. Der Fußboden nimmt die Struktur des Tragwerks auf. Der im Zentrum des Raumes befindliche Almemor steht auf einem erhöhten Sockel. Die Heilige Lade befindet sich in einer Apsis in der Ostwand. Man erreicht sie über Stufen. Die Apsis ist mit Travertinplatten eingerahmt und mit einem Vorhang abgeschlossen. Die Empore zoniert den Raum und schafft verschiedene Orte. Das Bauwerk ist ein Massivbau in Sichtmauerwerk. Kassettendecken sind mit Holz ausgefacht. Nichttragende Wände sind mit Holztafeln beplankt. Türen und Fenster bestehen aus lichtgrauen Stahlprofilen. Die einfache Gestalt des Körpers und seine städtebauliche Lage ergeben ein Bauwerk, welches das Thema Sakral- und Profanbau in unserer Zeit repräsentiert.
 
  Abb. 01
Perspektivische Straßenansicht. Durch das Hineinschieben in den Stadtraum bekommt das Bauwerk städtebauliche Dominanz.

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Abb. 02
Erdgeschoß. Eine Treppenhalle teilt das Gebäude im Erdgeschoß in Foyer und Saal. Dem Saal und der Treppenhalle ist ein Hof vorgelagert.

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Abb. 03
Ansichten und Längsschnitt. Das Bauwerk ist ein Massivbau in Sichtmauerwerk. Kassettendecken sind mit Holz ausgefacht.

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Abb. 04
1. und 2. Obergeschoß, Untergeschoß. Synagogenraum und Sozial- bzw. Vorstandsräume in den Obergeschossen. Küche und Technik im Untergeschoß.

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Abb. 05
Ansichten und Querschnitt. Außentüren und Fenster bestehen aus lichtgrauen Stahlprofilen.

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Abb. 06
Schnittperspektive Synagogenraum und Foyer mit Teilansicht. Ein hölzernes Raumtragwerk bildet den oberen Abschluß und führt Licht ins Innere.

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Abb. 07
Modell. Auf der Querachse des öffentlichen Raumes erhebt sich ein horizontaler Baukörper, der das gesamte Raumprogramm aufnimmt.

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Abb. 08

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